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PCCA Stand auf der Tullner Oldtimermesse 2010

Am 15. und 16. Mai 2010 war es wieder so weit – die schon traditionelle Tullner Oldtimermesse öffnete ihre Pforten und zahlreiche Clubs, Händler und private Anbieter bzw. Aussteller präsentierten ihre zwei – und vierrädrigen Fahrzeuge. Auch die im Vorjahr erstmals abgehaltene Dorotheum - Auktion wurde mit großem Publikumsinteresse wiederholt.

Nachdem der PCCA voriges Jahr auf Grund der 10 – Jahresfeier in Tirol die Messe in Tulln nicht bestreiten konnte, wurde heuer wieder ein Clubstand gestaltet. Kurt Jordan – unser Messeveteran – hatte die Organisation wieder übernommen und ein hervorragendes Sortiment an Porsches nach Tulln gebracht.

Kurts gelber 914/6 GT ist nicht nur bildschön, sondern auch historisch interessant. Ursprünglich von Porsche Salzburg bei der österreichischen Rallye Staatsmeisterschaft erfolgreich eingesetzt, bestritt das Fahrzeug in der Saison 1970 die Österreichische Alpenfahrt, die Semperitrallye, die Donau Elanrallye und die 1000 Minutenrallye. Der eingebaute 2 Liter Motor stammt aus dem Carrera 6 und leistet 210 PS. Die Leichtbaukarosserie besteht aus Kunststoffteilen laut Homologation, was ein Fahrzeuggewicht von weniger als 900 kg ermöglicht.

Daneben parkte am Messestand der schwarze 930 Turbo von Dieter Koritnik. Dass dieses Auto schnell ist, bewies er bei Vergleichsfahrten 1978 mit den Fahrern Jo Gartner und Niki Lauda, wo er gegen Ferrari, De Tomaso und Porsche 928 siegreich blieb. Mit 300 PS Nennleistung wird die 100 km/h Marke nach 5.4 Sekunden erreicht, die Spitze liegt bei 259 km/h.

Ein weiterer interessanter Porsche ist der 1976/77 für Walter Röhrl aufgebaute 911 RSR, der auf einem 1973er RS 2.7 basiert. Röhrl gewann mit diesem RSR die ARBÖ Rallye 1977 überlegen. Mit dem blutjungen Henri Toivonnen war der Wagen bei der Finnlandrallye im Einsatz. 1979 kaufte Franz Wittmann den Porsche und gewann damit alle 5 Staatsmeisterschaftsläufe und wurde so überlegener Rallyestaatsmeister 1979. In weiterer Folge wurde der Motor aus dem Porsche ausgebaut und ein SC Motor für Trainingsfahrten eingebaut. Franz Wittmann behielt das Fahrzeug bis 2003, um es dann nach langen Verhandlungen an Johannes Huber zu verkaufen. Dieser setzt den nun restaurierten Porsche neuerlich bei Staatsmeisterschaftsläufen erfolgreich ein – 2007 wurde damit ein Staatsmeistertitel errungen. Heute dient der Porsche mit bewegter Historie als Einsatzfahrzeug in der Historischen Rallye Championship und war bereits unter anderem bei der Targa Florio, in San Remo, Alpi Orientali, an der Costa Brava und in Elba im Einsatz.

Die beschriebenen Fahrzeuge sind jedes ein Juwel für sich, der Hingucker des Messestandes war aber zweifellos der Porsche 917 von Herrn KR. Spindler. Unzählige Besucher verweilten staunend vor der Le Mans Flunder und fotografierten den Renner. Ziemlich genau vor 40 Jahren gewannen Hans Hermann und Richard Attwood auf einem 917 023 dieses Langstreckenrennen. Aus 4.5 Litern Hubraum und 12 Zylindern leistete der 917 535 PS bei 8.400 U/min und brachte ein Drehmoment von 52 mkp bei 6.800 U/min. Nach dem Rennen waren nach 24 h noch 515 PS abrufbar. Die gesamte Boxenstandzeit betrug lediglich 29 Minuten und 56 Sekunden – also für reine Routinestopps. Im Jahr darauf konnten diesen 24 Stundeklassiker Dr. Helmut Marko und Gijs van Lennep mit Porsche 917 053 gewinnen. Die Leistung war auf 600 PS angestiegen, dies ermöglichte eine Doppelzündung, eine mechanische Bosch Kraftstoffeinspritzung mit 12 Stempelpumpen und eine Trockensumpfschmierung mit 7 Ölpumpen. Das Fahrzeug wog 722.6 kg, was durch einen Magnesiumrohrrahmen und eine Fiberglaskarosserie gewährleistet wurde. Marko – van Lennep legten die 24 Stunden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 222,304 km/h zurück – ein Rekord auf der 13.459 km langen Strecke. In 357 Runden verbrauchte der Bolide 2511 Liter Benzin und verbrachte 40 min.41 sec. in der Box.

KR Spindler besitzt eine sehenswerte Replica dieses so berühmten Langstreckenrenners und stellte das Fahrzeug dem PCCA kostenlos zur Verfügung.

Allen Mithelfern und speziell jenen Mitgliedern, die ihr wertvolles Fahrzeug dem PCCA für den Messestand trotz des unwirtlichen, regnerisch kalten Wetters zur Verfügung stellten, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Dr. Josef Rosner

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