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Das ROSA HÄSCHEN RACING TEAM auf der Nordschleife

Kurz zur Vorgeschichte - oder - warum gibt es das ROSA HÄSCHEN RACING TEAM eigentlich?

In den letzten Jahren konnten sich einige Freunde den langersehnten Kindheitstraum eines Porsche erfüllen und wie es meistens mit Spielzeugen so ist, will man sich damit auch so richtig austoben. Daher beschlossen wir im Mai 2010, den vom Porscheclub Steiermark organisierten Trackday am Salzburgring mitzumachen. Zum Leidwesen unserer Frauen und Bankkonten war es danach um uns geschehen – wir mussten unseren Fahrzeugen weiter den genetisch vorgegebenen Auslauf bieten.

Es folgte der von Porsche Graz organisierte Tag auf der Rennstrecke in Rijeka / Kroatien, wo wir unbedingt dabei sein mussten und eine Gruppe kennenlernen sollten, die sich „die Hooligans“ nennen. Um diesen Hooligans Paroli bieten zu könnten, musste für uns ein adäquater Name gefunden werden. Nach kurzer Nachdenkphase war klar, wir tauften uns ROSA HÄSCHEN RACING TEAM, in Anlehnung an eine Verkleidung, die wir unserem Mitglied Schorschi auf einem Polterabend verliehen haben. Das RHR Team war geboren.

Im Mai 2011, beim ersten Porsche Trackday am neuen Red Bull Ring, wurde das RHR - Logo präsentiert und mittlerweile gibt es bereits eine eigene Fashion Linie, die unsere Mitglieder samt Anhang schmückt.

Nach mehreren weiteren Ausflügen auf den Red Bull Ring und den Pannoniaring, nach heftigen Investitionen in neue Bremsen, Reifen und Stoßdämpfer, ereilte uns im Frühsommer eine Mail von Schorschi, mit dem Hinweis, dass Ende September eine zweitägige Veranstaltung von Porsche Deutschland auf der Nordschleife stattfinden wird. Es bedurfte keiner langen Überlegungen oder Diskussionen – dort müssen wir hin!

Die grüne Hölle - rund 21 Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeiten von über 150 km/h und weitere unzählige Angaben und Geschichten prägten ab nun unsere gemeinsamen Gespräche. Der Versuch, uns Streckenkenntnisse über You-Tube-Videos zu holen, sollte sich als keine gute Idee herausstellen, da nahezu jedes Video mit einer Kaltverformung der Leitplanke und des jeweiligen Fahrzeuges endet.

Am 28.09.2011 sollte es soweit sein, fünf PCCA Mitglieder traten die Reise nach Nürburg an – vor uns lagen über 900 km Fahrt. Bei einem Mittagessen in Passau stießen drei weitere Porsche - Freunde aus Wien zu uns. Nun war die Runde komplett, vom 964er über 993er und 996er bis hin zum 997er Turbo waren alle Varianten vereint, jedoch wurde die weitere Reise jäh von einem Reifenschaden am 964er von Mats unterbrochen.

Daher wenige Kilometer nach Passau eine Zwangspause und die verzweifelte Suche nach neuen Hinterreifen für Mats. Eigentlich nicht zu glauben, aber im Heimatland unserer Fahrzeuge gab es keinen wirklichen Support. Letztlich konnte ein Reifendiskonter (kein Porschehändler!!!) helfen, der dann doch die richtige Dimension lagernd hatte.

Mit etwa dreistündiger Verspätung kamen wir – nach einer 12 Stunden Reise – im Lindner Hotel am Eifeldorf, direkt neben der Grand Prix Strecke, an. Ein toller und durchgestylter Hotelbetrieb mit hervorragendem Essen (nach 12 Stunden Reise schmeckt eigentlich alles) und sehr schönen Zimmern. Es folgte ein spätes Abendessen und eine kurze Nacht, da für den 29. bereits um 8 Uhr das Fahrerbriefing angesagt war.

Es begann mit dem üblichen „bla-bla“ über Unter- und Übersteuern, die Verbindung zur Straße über vier handflächengroße Flächen –den vier Reifen, etc. Wir wollten doch fahren, oder? Kurz nach 9 Uhr wurden wir dann endlich erlöst und von unseren Instruktoren Bela und Alex an der Strecke begrüßt.

Als Nordschleifen – Neulinge gingen wir die ersten Runden recht vorsichtig an, vor allem waren doch einige Streckenabschnitte noch feucht – Zitat vom Instruktor „feuchter als am Katzenklo“.

Es folgten einige Unterbrechungen, da die Strecke „frei gemacht werden musste“, was soviel bedeutet wie Einschlag in eine Leitplanke und darauf folgende Abschlepp-, Säuberungs- und Reparaturarbeiten.

Insgesamt gab es 3 Totaltschäden und 2 Blechschäden bei unseren Kollegen, primär von der GT-3 Fraktion.

Wir steigerten uns Runde um Runde und versuchten uns die Strecke einzuprägen und die Schlüsselstellen zu merken, was bei einigen Abschnitten recht hilfreich ist, wenn man mit weit über 200 km/h auf einen Hügel kommt und keine wirkliche Ahnung hat, wie es dahinter weiter geht.

Der erste Tag ging für uns glücklicherweise ohne Schaden über die Bühne und wir genossen einen schönen Abend mit unseren Instruktoren im Restaurant des Hotels Lindner. Es stellte sich heraus, dass Alex bei der Bob-EM 2007 mitgefahren ist und Bela nicht nur Porscherennen fährt, sondern auch in der Entwicklungsabteilung von Porsche arbeitet – dennoch waren ihm nur wenige Informationen über den 991er herauszulocken.

Der zweite Tag begann wieder sehr zeitig und wir beschlossen, uns in zwei Gruppen zu teilen, die stärker motorisierten RHR-Mitglieder hängten sich an Bela`s 997er Turbo, die älteren Porsche-Semester folgten Alex in seinem 997er GTS.

Mit jeder Runde bekamen wir mehr Streckenkenntnis und wurden immer schneller. Eine unglaublich schöne Strecke mit wirklich, wirklich schnellen Passagen vor, unter und hinter uns – auch das Wetter spielte mit, wir konnten die Nordschleife zwei Tage lang ohne Regen erleben.

Am Nachmittag des zweiten Tages war freies Fahren angesagt – eine wirkliche Herausforderung. Das Gelernte von eineinhalb Tagen selbst – ohne Instruktor – umzusetzen war gar nicht so einfach. Die Backen zusammenkneifen und durch – das war die Devise und bescherte uns noch einige wunderbare und schöne und schnelle Runden.

Abgesehen von der Verteilung einer Urkunde und eines Gastgeschenkes, war das eigentliche Abschlussgeschenk die Aussage unseres Instruktors Bela, der meinte, bisher noch keine Gruppe gehabt zu haben, die so rasch den Kurs gelernt hat und innerhalb von zwei Tagen solche Rundenzeiten zusammengebracht hat. Und das auf einer Strecke, die wie ein Computerspiel wirkt, viel zu lange, unfassbar schnell, keine Auslaufzonen, nur Leitplanken und Bäume, ………

Trotz der Entfernung von über 900 km und nicht unerheblichen Kosten werden wir 2012 sicher wieder dort sein.

Zum krönenden Abschluss stattete ein Teil unseres Teams noch dem Stuttgarter Porschemuseum einen Besuch ab, aber das ist eine andere Geschichte ……

Das RHR Team: Oliver, Niki, Schorschi, Amr, Norbert, Pipo, Mats, Günther

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