Skip to main content
Sonderausstellung „50 Jahre Porsche 917 – Colours of Speed“

Natürlich sind über das Thema Porsche 917 schon großartige Bücher geschrieben worden, aber ein Besuch der Sonderausstellung im Porsche Museum in Zuffenhausen motivierte den Schreiber dieser Zeilen, die Story des Porsche 917 in aller Kürze zusammen zu fassen. Denn besonders die großen Rennerfolge dieses Fahrzeugs von einer schon zuvor im Rennsport sehr erfolgreichen Firma führten zum Mythos Porsche, dem wir in den Porsche Clubs mit großem Eifer nachspüren!

Der für den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans und den Gewinn der Markenweltmeisterschaft konzipierte Sportwagen 917-001 in Weiß mit grün lackiertem Bugteil entstand als erstes von insgesamt 25 für die Homologation notwendigen Exemplaren. Für das Projekt verantwortlich war der leider im August verstorbene großartige Porsche Enkel und Ingenieur Ferdinand Piech, Chefkonstrukteur von Zwölfzylindermotor und Gesamtfahrzeug der geniale Motorenbauer Hans Mezger. Um die Homologation selbst ranken sich zahlreiche Geschichten, aber ganz sicher wurde für dieses Projekt ein unüberschaubares finanzielles Risiko für das Unternehmen Porsche eingegangen.

Im März 1969 wurde der 917-001 erstmals auf dem Automobilsalon in Genf präsentiert. Für Renneinsätze des Teams des Briten John Wyer wurden die Markenfarben des Mineralölkonzerns Gulf in Hellblau und Orange verwendet. Und gleich 1970 gab es den ersten Gesamtsieg in Le Mans durch Hans Herrmann und Richard Attwood mit der rot-weißen Kurzheckversion des 001. Genau dieses Fahrzeug wurde in einjähriger Arbeit bei der Porsche AG in den Originalzustand zurückgeführt und nun im Museum präsentiert.

Die Erfolgsbilanz des 917 ist legendär: So gelang bereits im ersten Einsatzjahr mit einem von den Piloten als fast unfahrbar beschriebenem Auto 1969 im österreichischen Zeltweg beim dortigen 1.000-Kilometer-Rennen der erste Gesamtsieg. Hans Herrmann und Richard Attwood holten 1970 schließlich den begehrten Triumph in Le Mans – den bis dahin größten motorsportlichen Erfolg für Porsche, den Helmut Marko – hier ist unser Bezug zu Graz und Österreich - und Gijs van Lennep 1971 wiederholen konnten.

Mit bis zu mehr als 1.000 PS starken Turbo-Ausführungen folgten Siege in der nordamerikanischen CanAm-Serie und auch in Europa galt Porsche in diesen Jahren als nahezu unschlagbar. In abgewandelter Form hielt die Turbo-Technologie wenig später Einzug in einem Porsche-Serienfahrzeug – der 911 Turbo kam 1974 auf den Markt.

Leider fristen die meisten noch vorhandenen Exemplare ein Museumsdasein, aber es gibt weltweit zwei mit Straßenzulassung (!), davon eines in Österreich, welches man manchmal beim „Ventilspiel“ am Red Bull Ring im heroischen Renneinsatz sehen kann. Und gerüchteweise wird erzählt, dass in diesen Tagen an einem verschwiegenen Ort in Österreich an einem weiteren Exemplar dieses legendenhaften Sportwagens gebaut wird …

Text + Bilder: Karl Steiner

 

Mit Porsche Club Graz verbinden