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“Und es zog sie gen Norden…“ - PC Kirchen-Hausen in Hamburg

17 Mitglieder des PC Kirchen-Hausen zog es mal wieder gen Norden. Und so reisten sie Ende Mai von Do, 26.- So, 29.05.2016  nach Hamburg. Als Quartier für die drei Übernachtungen diente das zentral-gelegene Ameron-Hotel in der Speicherstadt. In diesem Gebäudekomplex war früher u.a. auch die Kaffeebörse untergebracht und wurde im Rahmen der Sanierungsarbeiten in das Ameron-Hotel umgebaut. Es ist im Stil der 50-er/60-er Jahre charmant eingerichtet und im September 2014 eröffnet worden. Interessanterweise befindet sich das Restaurant-/Tagungs-Gebäude (die “alte Kaffeebörse“) genau gegenüber vom Fleet und ist vom Hotelbereich nur über eine gläserne, überdachte Brücke zu erreichen. Von dort aus hat man einen grandiosen Blick auf die Wasserstraße mit genialem Speicherstadt-Feeling. Deshalb war morgens der Gang zum “alles-was-das-Herz-begehrt-Frühstück“ immer ein besonderes Highlight. Nebenbei ist noch zu erwähnen, dass am 27.06.2016 im historischen Kaffee-Börsensaal des Ameron-Hotels die offizielle Übergabe der Urkunde zur Ernennung der Speicherstadt zum UNESCO Weltkulturerbe übergeben wurde.

Nach und nach trafen alle Teilnehmer am späten Nachmittag des Anreisetags im Hotel ein und begrüßten sich freudig in der gemütlichen “Kaffee- und Rum-Bar“. Dort erfolgte auch das erste Briefing durch Horst Wessel, den Chef-Organisator dieser Club-Ausfahrt. Er informierte, dass für das gemeinsame Abendessen um 19:30 Uhr in den Elbarkaden das nahegelegenen Restaurant “Strauchs Falco“ reserviert war. Pünktlich marschierte die ganze Gruppe zu Fuß dorthin, um nicht nur die köstlichen Gerichte, sondern auch die erlesene Weinkarte sorgenfrei genießen zu können. Der Abend war ein gelungener Start in das hanseatische Wochenende. Auf dem Heimweg blieb noch manch einer und eine an der lauschigen Hotelbar hängen, für ein bis drei flüssige Betthupferl… :-D

Am nächsten Morgen war jedoch nicht an Ausschlafen zu denken. Um 09:00 Uhr ging es geschlossen los zur Werksbesichtigung “Lufthansa Technik Hamburg“, zu der jeder auch seinen Personalausweis mitzubringen hatte. Trotz des Verschlafens einer Teilnehmerin, die um 08:30 geweckt und innerhalb von 15 min blitzartig startklar war, traf die Gruppe pünktlich um 10:00 Uhr im Westen des Flughafens Hamburg ein. Hier hat die Lufthansa ihren Firmensitz, Kompetenzzentrum und Steuerzentrale. Sie ist mit 7500 Mitarbeitern, davon über 500 Ingenieure einer der wichtigsten Arbeitergeber in Hamburg. Ein Mitarbeiter, der schon 45 Jahre bei Lufthansa beschäftigt ist, hat die 3-stündige, sehr kurzweilige Führung durch die unterschiedlichen Technik-Bereiche durchgeführt. Er erklärte sehr anschaulich, dass die Lufthansa mit ihrer fast 50jährigen Erfahrung ein, bei den Aufsichtsbehörden in aller Welt und den Herstellern von Flugzeugen, Geräten und Triebwerken anerkannter und sehr geschätzter Entwicklungs- und Fertigungsbetrieb ist.

Sehr beeindruckend war der Bereich der individuellen Innenausstattung von VIP-, Geschäftsreise- und Regierungsflugzeugen. Die Teilnehmer lernten, dass Flugzeuge mit nahezu jedem erdenklichen Luxus oder Spezialmodulen ausgestattet werden können. Sowohl medizinische Intensivstationen, als auch Whirlpools und Schwimmbäder sind absolut kein Problem. Nichts ist unmöglich. Beispielsweise werden Innendesigns von Boeing 747 baugleich, wie die zeitgleich in Auftrag gegebene Luxusjacht ausgeführt. Bei einem anderen Kunden musste u. a. ein genau nach Sand-Farbmuster sahara-farbener Hochflor-Teppichboden angefertigt werden. Dieser wurde nach der Verlegung im Flugzeug an der Oberfläche von Hand derartig zurecht-geschnitten, wie der Wind in der Sahara Muster in den Sand zeichnet. Dabei waren auch die strömungstechnischen Verwerfungen an z.B. Türen und Raumecken zu beachten und mussten naturgetreu ausgeführt werden. Grenzen sind bei allen Kundenwünschen nur dort gesetzt, wo die Flugphysik und der gesetzliche Rahmen der Luftfahrtbehörden diese vorgeben. Man kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, auch hinsichtlich der Kosten und Preise für diese Luxusliner.

Immer noch verzaubert von diesen Eindrücken aus tausend und einer Nacht, ging es zum Mittagessen an die Landungsbrücken. Jeder versorgte sich individuell vom Fischbrötchen aus der Hand bis zum Mittags-Menü. Mittlerweile kämpfte sich die liebe Sonne endlich durch die Wolken, so dass der Hafen in seinen schönsten Farben leuchtete. Am frühen Nachmittag startete dann die gemeinsame 2-stündige Hafenrundfahrt, bei der es weitere Superlative zu bestaunen gab. Eine kleine Barkasse schipperte die Teilnehmer vorbei an riesigen Hochsee-Container- und Kreuzfahrtschiffen, u.a. auch dem Luxus-Kreuzfahrer “Queen Mary 2“. Eine wahre schwimmende Stadt. Sie wurde gerade vorbereitet für das größte (dreiwöchige) Refit-Programm im Trockendock bei Blohm+Voss seit ihrer Indienststellung 2004. Am Ende der Rundfahrt konnte auch noch die Fassaden-Architektur der Elbphilharmonie bestaunt werden. Wieder an Land, flanierten alle Teilnehmer durch die wunderschöne Nachmittagssonne zurück zum nahegelegenen Ameron-Hotel.

Für das gemeinsame Abendessen war im bekannten Restaurant Vlet (althochdeutsch für Fleet = Kanal in Küstenstädten) in ca. 200 m Entfernung zum Hotel um 18:30 Uhr ein großer Tisch reserviert. Das Team dort verwöhnte alle mit einem grandiosen Menü, das als wahres kulinarisches Feuerwerk bezeichnet werden kann. Gegen Mitternacht war alles gegessen und getrunken. So konnte die Gruppe freudig hinüber zur Hotelbar spazieren, um mit einem “Absacker“ den gigantisch-schönen Tag abzuschließen.

Am nächsten Morgen lockte die strahlende Sonne aus einem azurblauen Himmel zur Alster-Kanäle-Schiffsrundfahrt. Nach dem Frühstück lief die ganze Gruppe über den Rathausplatz zum Jungfernstieg. Dort wurde wieder eine kleine Barkasse bestiegen, die in einer 2-stündigen Rundfahrt die Alster-Kanäle durchschipperte. Die Tour führte vorbei an gepflegten Parkanlagen, schönsten Villen, luxuriösen Lofts, aber auch urwüchsigen Uferpartien, idyllischen Schrebergärten, Strandbädern und Ufer-Cafés. Unterwegs konnte auch das “U-Pooly“ bestaunt werden. Vier Hamburger kamen im Juli 2012 auf die Idee, einem gewöhnlichen Tretboot die täuschend-echt aussehende Attrappe eines U-Boot-Turms aufzusetzen, um damit auf der Außenalster herumzuschippern. Als sie damals vor dem US-Konsulat vorbeifuhren (hier sind nur 4 m Wassertiefe!), wurde die Wasserschutzpolizei alarmiert. Der Spaß war groß und ging somit voll auf. Nach der Rückkehr am Jungfernstieg war es früher Nachmittag, der für jeden zur freien Verfügung stand. Deshalb versorgte sich jeder wieder selbst hinsichtlich Mittagessen mit anschließendem Stadtbummel o.ä.

Abends war für die ganze Gruppe der Musical-Besuch “Phantom der Oper 2 – Die Liebe stirbt nie“ gebucht. Um 19:30 Uhr fuhren zwei Großraumtaxis vorm Hotel vor, so dass um 20:00 Uhr alle ihre reservierten Plätze im Operettenhaus pünktlich eingenommen hatten. Nach der schaurig-schönen Aufführung ging es per Taxi für die einen zurück zum Hotel an die Bar. Andere hüpften kurz vor dem Hotel aus dem Taxi, um sich im Restaurant Vlet, als “Late-night-snack“ den leckeren Rotwein aus der Magnumflasche zu einer köstlichen Käseplatte schmecken zu lassen. Schließlich war dies auch der Abschieds-Abend in Hamburg.

Am Sonntagmorgen konnte die ganze Gruppe lange ausschlafen. Draußen herrschte regnerisches Wetter, was netterweise zu einem langen, ausgedehnten Frühstück mit vielen guten Gesprächen führte. Schließlich hieß es um die Mittagszeit Abschied nehmen und so traten alle Teilnehmer ihre Heimreise per Auto, Bahn oder Flugzeug an. Abschließend muss dem Orga-Team ein großes Dankeschön für die abwechslungsreiche Ausfahrt und die professionelle Ausführung ausgesprochen werden. Um Fortsetzung wird von allen Teilnehmern gebeten.

Text: Ute Kröger