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8. Lauf zum AlpenPokal am 16. Oktober auf dem Masaryk Ring Brünn

Verena ist schuld! Selten war die Jahreswertung bis zum letzten Renntag der Saison in vielen Klassen so offen wie heuer. Deshalb war nach der Veranstaltung auf dem Salzburg Ring klar, daß in es Tschechien zum großen „showdown“ kommen wird... Idealerweise bot Alfred Artbauer bereits am Freitag die Möglichkeit zum Freien Fahren im „Automotodrom Brno“ an (so heißt’s ganz offiziell...).

Der ganze Troß reiste also großteils bereits am Donnerstag an – und mit jedem Kilometer, den die Fahrer der Strecke näher kamen, wuchs das Entsetzen. Während z.B. in München der Sonnenschein regierte, meldete Brünn „Land unter“ mit wolkenbruchartigen Regenschauern bei eisigen Temperaturen (Strecke 6°, Luft 4°). Und sobald der Regen nachließ, legte sich innerhalb weniger Minuten eine hartnäckige Nebelschicht über der Strecke. Zeitweise mußte die Strecke sogar gesperrt werden, weil die Sichtweite unterhalb der Sicherheitsgrenze lag! Das Tief Verena (der Nachname ist unbekannt...) lag im Süd-Osten Tschechiens und bestimmte das Wetter.

Auch der Samstag begrüßte Fahrer und Fans mit Regen und Nebel. Veranstaltungsleiter Wolfgang Bousska vom PC Wien wollte natürlich einen regulären Saisonabschluß ermöglich, auf der anderen Seite mußte die Sicherheit der Teilnehmer zu jeder Zeit gewährleistet sein. Kurzfristig wurde deshalb ein neuer Zeitplan erstellt. Nach der Fahrerbesprechung um 8:45 gab’s nur ein verkürztes Freies Fahren von 15 Minuten für die einzelnen Klassen. Gleich anschließend mußten die Teilnehmer der GT-Sport Challenge auf den Kurs bzw. die Wasserstraße.

Der Kurs in Brünn bietet ähnlich wie Dijon einen Höhenunterschied von mehr als 73 (!) Metern sowie eine maximale Steigung von 7,52 %, und bei starkem Regen läuft das Wasser an einigen Stellen in Sturzbächen über die Strecke. Inhaber des Bootsführerscheins sind hier klar im Vorteil! Für alle anderen Fahrer heisst es „Augen auf“, und wenn dann der enge Kontakt zwischen Reifen und Straße doch einmal abreißt „Augen zu und durch“

... Zwar kann den inoffiziellen Titel „Dreherkönig von Brünn“ wahrscheinlich Klaus Leitner vom PC Tirol für sich beanspruchen, allerdings gerieten außer ihm noch zahlreiche andere Fahrer auf Abwege bzw. Grünstreifen und Kiesbetten! Die großen Sturzräume und das routinierte Verhalten der Fahrer verhinderte in fast allen Fällen größere Schäden.

Eine der wenigen Ausnahmen war Jörg Peham, der die Frontpartie seines GT 3 (Stoßstange und Kühler) bei einem kleinen „Ausflug in’s Grüne“ verformte. Aber mit der Hilfe einiger Mechaniker und mehrerer Meter Klebeband (farblich abgestimmt!) wurde der Bolide rechtzeitig zur 1. Sprintwertung wieder fahrbereit gemacht. Und trotz – oder wegen(?) der geflickten Frontpartie war in beiden Läufen nur Michael Barbach schneller als der smarte Vorarlberger.

Barbach und Peham fuhren diesmal wirklich in einer Klasse für sich. Am nächsten kam ihnen nach dem Ausscheiden von Albert Daffner (PC Deutschland), der im ersten Lauf Platz 3 holte, noch Hermann Speck vom PC Nürnberg. Mit einem 5. und einem 3. Platz sicherte er sich den hervorragenden dritten Platz in der Tagesgesamtwertung der Klasse 6S. In der Klasse 5S waren sich alle Teilnehmer von Anfang an über ihre Platzierung einig, denn in beiden Läufen holte sich Michael Bubla vom PC Wien den Sieg vor Viktor Grünhut, Michael Wolski, Fritz Böhler, Stefan Ertl und Jürgen Gerlach.

Letzterer hatte in der 2. Sprintprüfung das Fahrzeug von Alois Meir (PC Salzburg) berührt und wurde gemäß dem AlpenPokal-Reglement disqualifiziert. Im neuen Auto und betreut vom Team Renauer war Michael Geisel nach seinem Ausfall in Mugello bereits wieder sehr konstant unterwegs und belegte in beiden Läufen den 12. Platz. Ebenfalls konstant unterwegs war auch u. a. Norbert Schratter vom PC Vorarlberg - in der Boxengasse (fast) genauso schnell wie auf der Strecke. Rennleiter Joe Elsensohn ahndete das mit einem Bußgeld von jeweils 50 Euro.

Bei den SuperSportlern gab’s auch noch Einiges zu entscheiden, wie z.B. die „Vizemeisterschaft“ in der Klasse 4. Dieter Jendrzejzyk und Hans Hagleitner lieferten sich nicht nur punktemäßig ein heißes Duell im Gesamtklassement, sondern zuletzt auch auf dem Salzburg Ring. Mit einer fabelhaften Leistung in der Gleichmäßigkeitsprüfung (0,003 Sekunden (!) Abweichung zur Referenzrunde) setzte Dieter Jendrzejzyk ein eindeutiges Zeichen, daß er zum Siegen nach Brünn gekommen war. In seiner ersten Saison beim AlpenPokal erweist sich Hans Hagleitner aber bereits als absolutes Schlitzohr, denn er hängte sich in der Gleichmäßigkeitsprüfung einfach an seinen Konkurrenten – und erreichte mit 0,222 Sekunden Abweichung den 2. Platz. Diese Platzierung sicherte ihm noch alle Chancen, mit einem guten Ergebnis in der Sprint Prüfung den Tagessieg zu holen. Im Zeitraining lieferte er mit 2:56,637 dann auch eine - für die schlechten Verhältnisse – hervorragende Zeit ab. Nur Werner Hösel war gleich um 3 Sekunden schneller, allerdings – wie sich später herausstellte – auf den im SuperSport nicht zugelassenen Regenreifen.

Man einigte sich „außergerichtlich“ auf einen Start aus der letzten Startreihe für den „Youngster“ vom Team PHRacing. Nach dem fliegenden Start, den Werner Bousska ganz souverän im schwarzen „pace-car“-Alfa von Rallye-As Margit Kurz durchführte, setzte sich Hans Hagleitner sofort an die Spitze des Feldes. Mit vollem Schub und perfekter Fahrzeugbeherrschung – besonders bei der einen oder anderen „Wildwasserprüfung“ - wuchs sein Vorsprung rasch auf einige Wagenlängen, und eine schnellste letzte Runde (2:56,979) sicherte ihm den Sieg in der Sprint Prüfung.

Aus Zeitgründen wurden die Gleichmäßigkeitsprüfungen auf 7 Runden reduziert, was Klaus Eberhard allerdings nicht aus der Ruhe brachte.

Gerade mal 0,007 Sekunden wich seine Durchschnitts- von der Referenzrundenzeit ab, und damit war der Tagessieg in der Klasse 8 wieder einmal "beschlossene Sache".

Rennamazone Verena Jendrzejzyk hat nach ihrem Ausflug zu den SuperSportlern auf dem Pannonia-Ring anscheinend die Lust am Das-Gaspedal-in-den-Fahrzeugboden-massieren entdeckt. Anders ist der vorletzte Platz mit einer Gesamtabweichung von fast 8 Sekunden nicht zu erklären... Wieder "nur" den zweiten Platz belegte Boxster-Treiber Frantisec Kocman vom PC Classico bei seinem "Heim-Rennen", aber Franz Grassl war auch bei diesen schlechten äußeren Bedingungen unschlagbar.

Bereits um 15 Uhr 15 wurde die Siegerehrung angesetzt, und wie könnte es anders sein - der Regen machte wirklich eine Pause! Ein letztes Mal beglückte "the voice" Peter Bauregger die Anwesenden mit seinen Kommentaren ("Wolfgang Stöhr ist der Wolfgang Ambros unter den Porschefahrern..."), und nachdem alle Kränze, Sektflaschen und Pokale verteilt waren begann die ultimative Verabschiedung.

DANKE an das "adelige" Team von der Zeitnehmung (Monika und Christoph von der Zeitnehmung), das mich immer mit den aktuellen Ergebnisausdrucken nachhause geschickt und so erst die aktuelle Berichterstattung ermöglicht hat! DANKE an alle Fahrer, die mit ihren (manchmal auch unfreiwilligen...) Fahreinlagen Stoff für meine Berichte und die Bilder geliefert haben. Und DANKE an alle, die ich jetzt vergessen habe!

Die nächste Veranstaltung ist die Jahresabschlußfeier, die für den 8. Januar in München geplant ist. Ich hoffe doch, daß wir uns dort alle sehen!

Bis dahin "Gute Fahrt" und immer genug Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage wünscht euch

euer Zuffi!

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