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„Das Hirn sitzt rechts“

Mit dieser Einstellung ging es nach 2011 und 2012 auch in diesem Jahr wieder zur Schwäbischen Alb Classic, die zum 15ten mal mit Start in Deggingen vom AC Helfenstein durchgeführt wurde. Zur Ehrenrettung sollte gesagt werden, dass es spätestens an der Lichtschranke auch auf das Können des Fahrers ankommt.

 

Es wurden verschiedene Klassen und auch Gruppen (Baujahrabhängig) angeboten, so dass jeder „sein Programm“ finden konnte. In der sportlichen Wertung den ganzen Tag, in der FUN-Variante nachmittags. Mit der FUN F2-PC gab es sogar für den Club eine eigene Teamwertung.

 

Von insgesamt 56 teilnehmenden Teams (davon 48 in der sportlichen Variante) kamen alleine 7 von unserem Club, Heike und Jürgen Katzer allerdings in einem italienischen Gewand. Wollten bestimmt nur ihr „heilig´s Blechle“ vor den Unbilden des Wetters am Nachmittag schützen.

Wie auch in den vergangenen Jahren hatte der AC Helfenstein wieder eine sehr attraktive Streckenführung mit insgesamt 235 abwechslungsreichen und landschaftlich sehr reizvollen Kilometern ausgearbeitet.

Insgesamt erwarteten uns 4 Gleichmäßigkeitsprüfungen am Vormittag und 3 am Nachmittag. Jede Gleichmäßigkeitsprüfung beinhaltete dann bis zu 3 Lichtschranken bzw. Messpunkte.

Nachdem uns das Rallye Training im letzten Jahr infiziert hatte, meldeten wir, Peter Stifel mit seinem 77-er 911 SC und ich als „Franser“, uns in diesem Jahr gleich für die sportliche Variante in der Sonderklasse S6 für Porsche an. Bereits am Vorabend ging es noch recht entspannt mit der Abnahme der Dokumente und des Fahrzeugs los.

Nach einer kurzen Nacht standen wir dann morgens um 7:00 zum Empfang des Bordbuchs, neuhochdeutsch auch Roadbook genannt, bereit. Mit steigendem Adrenalinspiegel (zumindest bei mir) schnell das Frühstück vom Buffet geholt und gleich ins Bordbuch vertieft.

Gott-sei-Dank hatten wir 3 Wochen zuvor nochmals die Gelegenheit gehabt, ein Training auf der Basis einer 2-stündigen Strecke zu absolvieren. Nach sorgfältigem Studium des Bordbuchs, markieren der wichtigen Stellen, Eintrag der ersten Zeitdaten, etc. wurde es dann als Startnummer 1 ernst.

Ausgerüstet mit Tripmaster und Funkuhr (in der sportlichen Variante sind elektronische Helfer wie Navi, Smartphone, elektronische Wegstreckenzähler mit GPS, etc. nicht erlaubt) ging es um 9:01 pünktlich los auf einer traumhaft ausgesuchten Strecke mit vielen kleinen, größtenteils einspurigen Straßen rings um den Albaufstieg an der A8.

Im „Lichtschranken-Hopping“ ging es bis zum Mittag über 127 km in 3 Stunden. U.a. half uns Traubenzucker, unterwegs die Konzentration aufrecht zu erhalten. Die Nachmittagsfahrt führte dann bei einsetzendem leichten Regen alle Teams – hier haben sich nun die Teilnehmer der FUN-Variante angeschlossen - über 107 km, nach ca. 2 ½ Stunden wieder zurück nach Deggingen.

Alle Autos waren deutlich von den feuchten Witterungsbedingungen am Nachmittag gekennzeichnet. Bei unserem „Präse“ hatten wir sogar den Eindruck, dass er mit seinem feuerroten 944-er durch die Felder abgekürzt hatte, nur um seine Schäfchen rechtzeitig zum anschließenden Sekt und der „Verteilung der Orden und Ehrenzeichen“ zu ordnen. Wenn das kein Zeichen für vollen Einsatz ist.

In der Gesamtwertung wurde sehr schnell deutlich, dass wir als Club ganz vorne mitfahren können. So belegten Rolf Scharpf und Tobias Böhringer mit der Startnummer 21 einen hervorragenden 2. Platz in der Gesamtwertung, Heike und Jürgen Katzer den 5. Platz, Dieter Weimer und Gerhard Kienle den 9. Platz. In der Clubperspektive (zusammengestellt auf der Basis der FUN F2-PC) spiegelt sich unser letztjähriges Training wider. Sie spornt uns aber auch an, nun regelmäßig zu Beginn der Saison ein Oldtimer Rallye Training anzubieten.

Und wären Peter Stifel und ich am Vormittag nicht einem kleinen aber folgenreichen Fehler im Bordbuch aufgesessen, welcher dann durch den Veranstalter leider nur zum Teil kompensiert wurde, hätten wir für den Club eine weitere, hervorragende Platzierung in der Gesamtwertung erreicht. Was lernen wir daraus? Immer auch die Gesamtkilometrierung im Auge behalten.

Trotz der Enttäuschung über eine „verwachste“ Wertungsprüfung (wie im Fußball gilt schlussendlich die Entscheidung des Schiedsrichters) können wir auf eine großartige Erfahrung zurückblicken, die die Lust auf mehr entfacht hat. Getreu dem Motto von Sepp Herberger, „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ sind wir in Gedanken bereits beim nächsten Einsatz, der 14. Bodensee-Oldtimer-Rallye, die zu unserem Leidwesen erst in 2 Monaten stattfindet. Immerhin genug Zeit, die Erfahrungen auszuwerten, spezielle Punkte nochmals zu trainieren und wieder mit dem Motto anzutreten, „Alles ist möglich“, aber jede gute Platzierung ist ein großer Erfolg.

Peter Stifel & Ingo Aust


04.05.2013

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