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Die spinnen doch die Römer…

oder: die Limestour des Porscheclubs für den klassischen 911 Südwest.

Eigentlich sollte die Geschichte ja „Asterix im Porscheland“ heißen, nur hatte (leider) keiner der Protagonisten auch nur im entferntesten Ähnlichkeit mit dem kleinen gallischen Helden (glücklicherweise auch nicht mit seinem Freund Obelix). Goscinny und Uderzo konnten nicht mehr um Rat gefragt werden – daher der o.g. Titel.

Und so hieß es am 05.04 „Zenturie marsch, marsch – ab ins Feindesland“ (wobei es sich hier um eine sehr kleine Zenturie mit nur 24 „Soldaten“ handelte).

Die „Mini-Kohorte traf sich mit ihren fast durchweg sechszylindrigen Vehicula im Oppidum zu Spielberg am späten Nachmittag.

Die gewählte Herberge wäre wohl auch zu Cäsars Zeiten schon ein Geheimtipp gewesen – eine Taverna mit dem eindrucksvollen Ambiente der mit viel Herzblut umgebauten ehemaligen Gentner-Brauerei. Zudem vereinen die beiden Wirtinnen die positiven Eigenschaften von Gutemine als Gastgeberinnen und Falbala in Punkto Schönheit. Von beiden wurden wir familiär und wie Freunde betreut.

Die Losung war: Drei Tage Wohl-Fühlen, Spazieren-Fahren, Geschichte-Erleben im Frankenland, in Bayerns bevölkerungsärmsten Landstrich mit den schönsten, kurvenreichsten und leersten Straßen. Und mit den Resten des Römischen Limes.

Diesen sollten wir in den kommenden beiden Tagen kennen lernen. Dank des von Oberzenturio Wolfgang hervorragend vorbereiteten Roadbooks ( Mit Fotos!) trafen sich die Commilitones an vielen interessanten Resten der ehemaligen Befestigungen , die teilweise aus meterdicken Erdschichten ausgegraben und restauriert worden waren. Die Abstände zwischen den historischen Sehenswürdigkeiten waren für die vielfarbigen Luftgekühlten, vom silbrigen 356er Coupé bis zur letzten 933er Baureihe reserviert. Auf längeren Strecken mit überschaubarer Geradlinigkeit neigten manche Piloten dazu, die amtlich verordnete V-max pro Person zu rechnen. Die kritischen Augen der Beifahrerin haben aber doch positiv vermerkt, dass die zulässigen Geschwindigkeiten in den zahlreichen kleinen Orten sehr diszipliniert eingehalten wurden).

Höhepunkt dieses Tages war der Besuch des „Limeseums“ in Ruffenhofen. Ein modern gebautes Museum mit klarer und gut verständlicher Darstellung der Geschichte des Obergermanisch-Rätischen Limes, der Lebensumstände von Legionären und Einheimischen sowie der zahlreichen Funde aus dieser Zeit. In unmittelbarer Nähe war im verkleinerten Maßstab ein Römerkastell aufgebaut, von dem an dieser Stelle nur noch Reste zu erkennen sind.

Und wie es die Tradition verlangt, wurde der erste Tag des Abenteuers mit dem großen Festbankett beendet - Teutates sei Dank, gibt es in unserem Club (noch) keinen Troubadix. Das Zaubermenue wurde in unserem Fall nicht von Miraculix, sondern Oli(erix) erstellt, dessen kochgeniale Wurzel in Baiersbronn zu suchen sind. Die Zauberwirkung blieb entsprechend nicht aus… Das mag wohl auch an der zum Viergänge- Feinschmecker-cenam gereichten Whiskey - Verkostung (aus schottischen Destillerien) gelegen haben - kompetent von einer Kennerin erläutert.

Die Rückreise anderen Tages führte uns nochmal hurtig über hügelige Landschaft und Straßen. Wie schon die Römer erschlossen auch wir „strategisch hochgelegenes Gelände“ – obwohl unsere Gründe durchaus andere waren: wir genossen die tolle Aussicht und die Mädels „eroberten“ den Status der Bürgerinnen (civitias) über der Männerwelt.

Leider hatte auch diese Tour ein Ende – der krönende Abschluss war Aalen und das dortige Limes-Museum.

Fazit: Eine historisch und kulinarisch erlebnisreiche , fahrerisch angenehm aktive Tour– zum Nachmachen sehr zu empfehlen.(Text von Sigurd Hainmüller & Annette Hidasi)

Tourinformationen und Roadbook sind zu erhalten bei Wolfgang Braun (braun.spielberg@t-online.de)

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