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29.5. bis 2.6.2013

Das Wichtigste vorweg: Niemand ist ertrunken. Weder mit noch in seinem vierrädrigen Liebling. Doch der Reihe nach.

Der erste Tag: Nach gemeinsamer Abfahrt beim „Präsi“ in Rosswälden und einer gemütlichen Fahrt ohne BAB (Väterchen selig nannte so was „Über die Dörfer kötteln“) trafen wir in Schramberg auf den Rest der Truppe am Auto+Uhren-Museum. Vor dem Eingang eine Phalanx best gepflegter 911er im Nieselregen: Beeindruckend !

Ebenso die vielen uralten 4-, 3- und 2-rädrigen Oldesttimer im Inneren des Museums. Mit was man(n) so früher fahren konnte – die Isetta war dagegen gehobene Mittelklasse. Im Vergleich dazu gab es aber auch reichlich Uhren und Wecker zu bestaunen.

Als alle wieder draußen waren, geschah das Unfassbare am weissen SC mit dem H im Kennzeichen: Sie Seitenscheibe versank mit lautem Knall in der Beifahrertüre. Und das an einem ohnehin kritisch beäugten Oldie mit eben solchen Gästen.

Aber da zeigte sich, was eine Club-Kameradschaft ist. Im Nu war von Carsten, Ingo und .... eine Plastikplane angeheftet und die Beifahrerin woanders (im Daimler-Cabrio!) eingetütet.

Die gemeinsame Fahrt ging Richtung Gütenbach zum Erfinder der Stoppuhren, der Firma Hanhart. Wir wurden dort nicht nur mit erstklassigem selbst gebackenem Kuchen, Kaffee und anderen Köstlichkeiten empfangen, sondern bekamen auch vom Geschäftsführer Herrn Eble sehr informativ die wechselvolle Geschichte der Firma erzählt. Hoch interessant war die anschließende Besichtigung der Fertigung, in der auch ganz präzise Stoppuhren und Chronos bis 6000 € hergestellt werden.

Die Führung der beiden jungen Leiter von Konstruktion mit Museum und Fertigung beeindruckte uns durch ihre kompetente Darstellung bis in jedes erfragte Detail.

Wir empfanden diese Firma wie einen familiären Betrieb, bei dem Jung und Alt miteinander arbeiten und sich bestens ergänzen. Unseren Dank beantwortete Herr Eble so:“ Wie ein solches Event abläuft, hängt auch stark von dem Besucher ab. Sie waren eine angenehme, aktive Truppe und Ihr Besuch hat uns viel Spaß gemacht“.

Von dort aus erreichten wir unser Standquartier in Bernau: Das Hotel Breggers Schwanen.

Nach dem Einchecken waren die Herren der Schöpfung mit ihren Liebsten aufgefordert, dem RTL-Filmteam über die Gründe ihrer Zuneigung zu denselben Rede und Antwort zu stehen, während dessen die ihnen zugehörigen Damen die Hotelbar okkupierten, um dort über Farbe und Mode heiß und fröhlich zu diskutieren.

Dank unglaublicher Fingerfertigkeit und Kompetenz von Carsten tauchte danach die Scheibe des deswegen zurück gebliebenen Oldies wieder auf, so dass sich alle Teilnehmer zufrieden über den Verlauf des ersten Tages dem ausgezeichneten Abendessen zuwenden konnten.

Der zweite Tag stand unter dem harmlosen Titel „Kurventour durch Schweiz und Frankreich“, sollte 423km lang sein und rund 9 Stunden dauern. Also 423km Kurven, Kurven, Kurven...

Vorne dran der unerschrockene Ingo, der sich entschlossen in jede Biegung warf, die ein normal automobil Reisender erst vorsichtig zu Fuß erkunden würde.

(Leuten mit geringer suizidaler Veranlagung folgender Rat: Abstand halten, wenn die Rücklichter in der Kurve verschwunden sind, warten, ob´s knallt, wenn nicht, entschlossen eintauchen)

Die Strecke war so schön – großteils auch wettermäßig – und biegungsreich, dass wir manchen Teil mehrfach fahren durften.

Nach einer kurzen Unterbrechung wegen Nahrungsaufnahme bevorzugten einige Teilnehmer eine mögliche abgekürzte Strecke, während der Rest die volle Dröhnung erleben konnte.

Mit dem Ergebnis, dass diese Unerschrockenen gegen Nachmittag den Ort des an sich geplanten Mittagessens erreichten. Aber am Abend waren alle wieder beisammen zum wiederum köstlichen Abendessen in dem extra für uns reservierten Saal.

Vom H-Oldie muss leider berichtet werden, dass ihm unterwegs die Bremslichter verloren gingen, was dem Hintermann besonderes Fahrkönnen vor Kurven abverlangte. Jürgen hat es meisterhaft geschafft.

Der dritte Tag sollte mit einer Stadtführung am Titisee, dem Rheinfall und dem Besuch von IWC ausgefüllt werden. Wegen strömendem Regen war nur der letzte Punkt realisierbar. Wir sind nach Schaffhausen geschwommen, haben uns bei IWC die reservierten Parkplätze der dortigen Repräsentanten erkämpft und sind dann in einem Kinoraum über die ebenfalls wechselvolle Geschichte der Firma informiert worden. Der darauf folgende Gang im Showroom wurde mit einem ausgezeichneten Vortrag der Führerin ergänzt. Eine interessante Dokumentation über die Meisterwerke der Haute Horlogerie bei IWC findet man im Internet.

Nach feuchter Heimreise, nach gemütlichem Plaudern an der Bar gab´s später das obligate Abendessen in fröhlicher Runde.

By the way. Vor lauter Hochachtung über so viel Passion für innovative Lösungen und technischem Erfindergeist ist unsrem Oldie die Handbrems-Kontroll-Leuchte nicht mehr erloschen.

Der vierte Tag: Die bange Frage beim (wie immer exzellenten) Frühstück war, ob unsere Bereifung für den heutigen Kurs ausreichen würde.

Auf dem Weg nach Freiburg haben wir im strömenden Regen keinen Schnee gesehen, vor allem deshalb, weil Feldberg und Belchen im dichten Nebel lagen.

Was für ein Anblick, als alle tapferen 911er vor Freiburg abgestellt waren und alle die gleichen innen beschlagenen Scheiben hatten! Wir sind richtigerweise mit der Strampe nach Freiburg bis vor die Markthalle gekommen.

Dort waren neben vieeelen Menschen auch Leckerbissen aus aller Welt zu bestaunen. Letztere käuflich. Nachdem wir mit Mühe einen Standplatz ergattert hatten, konnten wir einige Gläschen Schampus auf Monikas Geburtstag erheben – am Frühstückstisch war sie schon mit frohem Gesang beglück(wünsch)t worden.

Wir hatten uns gestärkt und ein Teil der Truppe ging nach Freiburg zum Shoppen. Nur fünf tapfere Piloten wollten trotz miesen Wetters die ursprünglich geplante Runde fahren, besonders die berühmte Bergrennstrecke Schauinsland aufwärts.

Ingo hat wieder entschlossen die Pace gemacht und niemand der vier Piloten hat sich am Ende dieser druckvollen Reise über unnötiges Verweilen beklagt. Vielen Dank Ingo!

Am letzten Tag wurde nachgeholt, was zuvor dem Regen geopfert werden musste: Eine etwas andere Stadtführung am Titisee. Es schien die Sonne!

Im Kurhaus angekommen, sahen wir eine Dame mit Köfferchen, die wie aus den Zwanzigern geschminkt und angezogen war: Unsere Führerin Frau von Pösl.

Sie zeigte uns verschiedene Orte, war während des Laufens beim Redefluss im Heutigen angekommen, um dann bei jedem Halt sofort wieder passende Geschichten aus „ihrer“ Zeit zu erzählen. Ihr krönender Abschluss war ein perfekt dargebotener Charleston im passenden Kostüm der Zeit, was von uns mit tosendem Beifall belohnt wurde. Wirklich eine etwas andere Stadtführung, aber super!

Fröhlich haben wir uns dann noch für die Heimfahrt gestärkt. Alle gingen zum Parkplatz, lösten ihre Karten, wollten los. Dann das Unfassbare (die Zweite): Der H-Oldie fährt 5 Meter rückwärts und bleibt dann entschlossen stehen. Sofort ist die Hilfsmannschaft wieder da und sucht an Kabeln und Steckern im Motorraum nach Ursachen.

Der Fehlerteufel saß aber im Kofferraum an einem zaudernden Relais. Als das klar war, lief der Oldie wieder. Die Heimfahrt war problemlos.

Conclusio:

- Einige dieser wunderbar geplanten Touren MÜSSEN wiederholt werden, bei Sonne und ohne Dach
-Trotz unschönem Wetter waren die Tage gaanz toll mit Euch. Dank dafür!
- Auch diese Danksagungen kommen von Herzen:
- An Ausrichter und Planer
- An die perfekte Betreuung in Breggers Schwanen
- An die Hilfe und Nachsicht der Clubmitglieder gegenüber den Oldie-Gästen und ihrem ungewohnt zickigen Untersatz.

Sigurd


02.06.2013

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