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….von einer, die auszog, das Fürchten zu verlernen
(kein Märchen – aber doch in Anlehnung an die Gebrüder Grimm)

Es war einmal ein Präsident vom Porsche Club für den klassischen 911, der hatte eine wunderschöne Frau (hihihi, das ist die redaktionelle Freiheit). Er war ein stolzer Mann, mit vielen schönen Autos und hochambitioniert und begabt auf der Rennstrecke (auch das ist redaktionelle Freiheit).

Die Frau jedoch war ängstlich und fürchtete sich vor jeder Kurve und Schikane, und wenn sie die Clubmitglieder sahen, sprachen sie: “Mit der wird der Präsident noch seine Last haben!”

Bald danach kam der Schatzmeister zu Besuch ins Haus. Da klagte ihm der Präsident seine Not und erzählte, wie seine Frau in Dingen „Rennsport“ so schlecht beschlagen wäre. Sie wüsste ja nichts und lernte nichts. “Wenn’s weiter nichts ist,” antwortete der Schatzmeister “das kann sie nur durch gute Unterweisung in der Fremde lernen.

So geschah es, dass der Präsident zu Ihr sprach “Hör, du in der Ecke dort, du wirst alt und grau und musst endlich lernen, deinen Porsche um die Rennstrecke zu bewegen. Siehst du, wie alle anderen sich Mühe geben, aber an dir ist Hopfen und Malz verloren. Da sprach der Präsident in seiner Verzweiflung: ”Lerne, wo Du willst, mir ist alles einerlei. Da hast du fünfzig Taler, damit geh in die weite Welt und sage keinem Menschen, wo du her bist und wer dein Präsident ist, denn ich muss mich deiner schämen.”

Als nun der Tag anbrach, steckte die Frau ihre fünfzig Taler in die Tasche, und fuhr mit Ihrem roten 944 hinaus auf die große Landstraße nach Frankreich Richtung Anneau du Rhin in der Hoffnung dort jemanden zu finden, der ihr die Furcht nahm.

Als sie dort angekommen war, kamen drei Männer heran und hörten ihre Not und nahmen sich ihrer an. Der einführsame Gerhard*, der starker Werner* und der schnelle Horst* erklärten, wie schon viele ängstliche Frauen zuvor nach einem Tag die große Rennstrecke bezwungen hätten.

„Wenn weiter nichts dazu gehört” antwortete die Präsidentenfrau, “das ist leicht getan; lerne ich aber so geschwind das Rennfahren, so sollt Ihr meine fünfzig Taler** haben.

Gesagt, getan.

Zuerst erklärte der einfühlsame Gerhard der ängstlichen Frau (und 15 weiteren „ängstlichen“ Frauen) die Regeln des Rennsports und den Ablauf der Veranstaltung. „Ei“, sagte er nach einem Weilchen, „das werdet Ihr heute alle lernen – hier ist noch jede Prinzessin mit Spaß am Rennsport in ihr Königreich zurück gefahren“.

Der schnelle Horst montierte nicht müßig jeder Frau ein Funkgerät in das Auto und sagte „Ihr holden Damen, haltet euch immer an das was wir euch erzählen, dann werdet Ihr gute Rennfahrerinnen und ein großer Stolz für Euer Königreich“. Die Frauen fügten sich in die Anweisungen der Instruktoren und wagten sich ein erstes Mal auf den langen und gefährlichen Rennkurs. Den übrigen Teilnehmern war es verwehrt, zu dieser Zeit die Strecke zu befahren.

Der einfühlsame Gerhard, der starke Werner und der schnelle Horst nahmen jeweils fünf Frauen und deren Autos unter ihre Fittiche und hinter ihre Fahrzeuge. Langsam wagten sie sich Kurve um Kurve in die Strecke vor. Die erfahrenen Recken erklärten durch die Funkgeräte an jeder neuen Kurve die List und Tücken der Bremspunkte und der Ein- und Auslenkpunkte. Auch die Ideallinie war schnell gezeigt und probe“er“fahren. „Recht so,” sprachen die Instruktoren nach den ersten gemeinsamen Runden “nun habt ihr den Kurs verstanden, nun bedarf es noch einer runden Fahrweise“. Aber die Frauen hatten viele viele Fragen, die von Gerhard, Horst und Werner mit viel Geduld beantwortet wurden.

Vor der zweiten Runde sagte dann der starke Werner „hopp hopp, ihr Holden, jetzt fahren wir noch mit etwas mehr Gefühl“. Und wieder reihten sich die schönen Frauen mit ihren schnellen Autos hinter ihren Instruktoren ein und sie fuhren zur Freude aller Runde um Runde immer ein bisschen sicherer und runder.

In der dritte Runde fuhren Sie abermals hinaus auf die Rennstrecke, setzten sich zügig hinter ihre Instruktoren und riefen nun “Ach, wenn sie doch nur schneller fahren würden“, denn sie hatten den Spaß an der Rennstrecke und am schnellen Porsche fahren gefunden. Und auch die ängstliche Präsidentenfrau fasste sich ein Herz und gab von da an richtig Gas.

In der vierten Runde dann, wurde die Frauen dann schon übermütig und fuhren ihren Instruktoren (fast schon ein kleines bisschen) davon. Und auch die ängstliche Präsidentenfrau rief „Ach, was freut’s mich ohne Angst! Ja, nun weiß ich, was Rennfahren ist und freute sich des schönen Tages.

Nachdem alle Frauen glücklich und wohl behalten wieder im Fahrerlager angekommen waren, wurden Goldpokale heraufgebracht und die Siegerehrung gefeiert.

Der Präsident vom Porsche Club für den klassischen 911 nahm stolz und glücklich seine – nun nicht mehr ängstliche - Frau in die Arme!

…. und wenn sie nicht gestorben sind, dann racen sie noch heute.

END

Eure Annette Hidasi

*: vielen Dank an Gerhard (Gerry) Haag, Horst Dietrich Wessel und Werner Böhm, die das Ladies‘ Training am 14.04.12 in Anneau du Rhin mit hoher Professionalität und einem sensationellem Spaßfaktor durchgeführt haben. Hier fühlten sich „Mädels“ aller Leistungsstufen gut aufgehoben.

**: der Umrechnungskurs der Grimm’schen 50 Taler würden heute 175 € ergeben.


14.04.2012

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